TV-Tipp: Love comes lately | Heute 23 Uhr 25 auf arte

Er ist agil, er ist voll sprühender Fantasie und er hat enormen Erfolg bei den Frauen. Der nicht mehr ganz junge jüdische Schriftsteller Max Kohn lässt gerne mal seine Aktentasche liegen; einen intensiven Blick auf attraktive Frauen zu werfen vergisst er jedoch nie. Gelegenheit für amouröse Abenteuer bieten dem talentierten Charmeur seine Lesereisen. Zu dumm, dass seine daheimgebliebene Freundin Reisel mit ihren Kontrollanrufen immer genau in prickelnden Momenten dazwischenfunkt.

Der Film erzählt, wie der Schriftsteller Max unterwegs sein Material für Geschichten findet, wie er aus realen Begegnungen mit Menschen, aus Träumen und der Fantasie Figuren und Begebenheiten formt, und wie diese Erfindungen dann zum Leben erwachen. Als Schriftsteller ist Max wie ein besonders begabter Handwerker, dessen Arbeitsmaterial das Leben selbst ist. Dafür bewundern ihn seine Leser, und gleichzeitig wird klar, dass er dieselben Probleme hat, wie alle anderen. In seinen Geschichten kann er Gott spielen, im Leben nicht. Er wird zum Angsthasen, wenn er die Kontrolle verliert, wenn er das Gefühl hat, eine Frau durchschaut ihn oder wenn ihn eine existenzielle Erfahrung wie ein Schlag trifft.

Wenn jemand so aus dem Leben schöpft für seine schöpferische Arbeit, ist das Ineinandergleiten von Realität und Fiktion wohl unvermeidlich. Zunächst wird Max nur in seinen Träumen von fiktiven Erlebnissen verfolgt, doch schon bald scheint er sich in seinem realen Leben in der Welt zu verirren. Er geht wie schon so oft auf eine Lesereise, doch dieses Mal läuft etwas schief, als ob er in einem Traum durch die falsche Tür gegangen wäre und nun darin gefangen ist: Er hat sich in einer seiner eigenen Kurzgeschichten verirrt.

Love comes lately | Heute 23 Uhr 25 auf arte

Juliane Schneider

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