Psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige

Die Idee ist gut! Die Umsetzung ausbaufähig… www.pflegen-und-leben.de ist ein Internetportal für pflegende Angehörige, für Freunde, Bekannte und Nachbarn, die ältere Menschen pflegen. Hier gibt es persönliche Unterstützung und Beratung bei seelischer Belastung durch den Pflegealltag. Das Projekt Pflegen und Leben wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Der persönliche Rat via Internetplattform ist anonym und kostenfrei. Nach der Einrichtung eines anonymen Benutzerkontos können Ratsuchende ihre Fragen und Sorgen direkt und datensicher an speziell geschulte PsychologInnen richten, die zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Sie arbeiten mit den Angehörigen gemeinsam an individuellen Lösungen, die den seelischen Druck aus dem Pflegealltag nehmen sollen. „Der Austausch mit den pflegenden Angehörigen findet ausschließlich schriftlich statt. Jede neue Anfrage wird binnen zwei Werktagen beantwortet. Daran kann sich ein längerer Beratungsprozess anschließen“, erklärt Psychologin Imke Wolf.

Auf der Internetplattform finden sich außerdem Informationen zu Symptomen und Folgen seelischer Belastungen im Pflegealltag, ein Test zur Orientierung über die persönliche Belastung sowie ein „Notfallkoffer“ mit einfachen Hilfen für den Krisefall.

Wie gesagt, die Idee ist gut. Aber… Da das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert ist, müssten Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen doch eigentlich auch vertreten sein, oder? Sind sie aber nicht! Im Gegenteil, das Projekt schließt geschätzte 150.000 pflegende Angehörige von Kindern und Jugendlichen mit einer Pflegestufe in Deutschland explizit aus?! Der Grund ist mal wieder höchst bürokratisch. Das Lösungswort lautet: ZUSTÄNDIGKEIT. Die weitere Recherche ergibt nämlich, dass das Projekt aus dem Bundesaltenplan finanziert wird und deshalb die (psychologische) Beratung nur für Angehörige angeboten werden dürfe, die ältere Menschen pflegen. Schade, denn alle pflegenden Angehörigen haben eine Lobby verdient.

Juliane Schneider

1 Kommentar
  • Entlastung für pflegende Angehörige | Fachpresse Artikel 5. November 2011

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