Postbote kümmert sich zwischen Tür und Briefkasten um Senioren – ist das die Zukunft?

Die Deutsche Post plant ein zusätzliches Aufgabenfeld für ihre Briefzusteller. Ab dem 1. Juli soll in Mülheim und Gelsenkirchen der Service „Post Persönlich“ eingeführt werden. Das Pilotprojekt ist vorerst auf sechs Monate angelegt. Das neue: Postboten sollen auch soziale Dienste leisten.

Wenn der Postbote ohnehin jeden Tag vorbeikommt, warum schaut er nicht gleich nach, wie es hilfsbedürftigen Hausbewohnern geht? Die Deutsche Post macht aus dieser Idee ein Pilotprojekt: Der Postbote als eine Art Sozialarbeiter oder Altenpfleger. Dieser Service wird ab 1. Juli 2014 zunächst in Mühlheim und Gelsenkirchen angeboten. Die Postboten sollen sich auf ihrer Tour künftig Zeit nehmen für ein kurzes Gespräch mit Kunden, die für diesen Service zahlen.

Die Idee: Der Zusteller erkundigt sich an der Haustür nach dem Wohl der Kunden. Sollten die Bewohner Hilfe benötigen oder nicht die Tür öffnen, verständigt der Postbote eine Hilfsorganisation, die sich als Kooperationspartner um die medizinische Versorgung kümmert. Im Notfall wird auch der Rettungsdienst gerufen. Die Briefzusteller machen dabei natürlich keine medizinische Begutachtung. Ziel ist, den Kunden und Angehörigen Sicherheit zu bieten, ähnlich wie bei einem Hausnotruf-System, aber mit persönlicher Note. Das kostet den Abonnenten um die 40 Euro im Monat.

Ob dieses Konzept zukunftsfähig und vor allem kundenorintiert ist, wird sich zeigen. Denn mit den genannten 40 Euro ist der Post-Persönlich-Service fast doppelt so teuer, wie ein klassischer Haus-Notruf. Und dieser erbringt seine Leistungen rund um die Uhr. Darüber hinaus ist fraglich, ob sich jeder Postbote dieser sensiblen Aufgabe überhaupt stellen möchte. Ein Zeiteinsatz von 1 bis 2 Minuten pro Kunde lässt ebenfalls vermuten, dass das Projekt nicht wirklich realtitätsnah ist.

Wir sind gespannt!
Juliane Schneider

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