Mit Freiberuflern gegen den Pflegenotstand

Im Sozialbereich kommt es häufig vor, dass sich der Markt und die Not der Betroffenen die Lösung für ein Problem suchen, ohne dass die Öffentlichkeit dies groß zur Kenntnis nimmt. Und vor allem ohne darauf zu warten, dass die politisch Verantwortlichen – endlich – handeln.
Jüngstes Beispiel ist der Erfolg von Freiberuflern in der Pflege, über den jetzt Spiegel Online berichtet hat. Der Autor hat sich beispielhaft die Situation in Hamburg angesehen, nach seinen Angaben arbeitet dort bereicht jedes zweite Altenheim mit Freiberuflern. Die werden von Zeitarbeitsunternehmen vermittelt und helfen vor allem dabei, kurzfristigen Bedarf etwa durch Krankheit von Stammkräften zu decken. Freiberufler verdienen mehr als diese Stammkräfte, müssen aber häufig den Einsatzort und damit ihr Arbeitsumfeld wechseln. Auf der anderen Seite erlaubt diese Art zu arbeiten auch den Freiberufler mehr Flexibilität und Unabhängigkeit.

Statt weitere Runde Tische zu gründen und die Probleme zum hundertsten Mal theoretisch zu durchdringen, sollte die Politik sich solche Lösungen sehr genau ansehen und sie in ihre Reformpläne integrieren. Lösungen, die der Markt selbst hervorbringt, sind grundsätzlich erprobt und praktikabel. Und sie orientieren sich fast immer an den Bedürfnissen der beteiligten Menschen. Was man von Vielem, was sich die Politik am grünen Tisch ausdenkt, wahrlich nicht sagen kann….

Christoph Lixenfeld

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