Krise bei Deutschlands größtem Pflegedienst – den Angehörigen

Die Zahl der pflegenden Angehörigen ist nach Angaben des „Zentrums für Qualität in der Pflege“ (ZQP) deutlich gesunken. Nur noch knapp über 18 Prozent der Bundesbürger seien heute grundsätzlich bereit, einen Partner oder Angehörigen rund um die Uhr zu betreuen. Vor fünf Jahren waren es noch 35%.Neben persönlichen Gründen sind natürlich der Wandel der traditionellen Familienstruktur und erhöhte Mobilitätsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt Ursachen für die rückläufige Zahl pflegender Angehöriger. Das Wegbrechen der Angehörigen als Pfleger und Betreuer stellt das System der Pflegeversorgung vor massive Probleme, denn genau diese Angehörigen bildeten bisher den größten Pflegedienst Deutschlands.

Deshalb ist es notwendig, vielfältige und qualitativ hochwertige ambulante Hilfe- und Pflegeangebote für Ältere zu fördern, da dies auch dem Bedürfnis älterer Menschen nach selbständiger Lebensführung bis ins hohe Alter entgegen kommt. Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Menschen und deren Angehörigen erfordern bei der häuslichen Versorgung entweder eine stundenweise oder eine „Rund-um-die-Uhr“ Betreuung. Dies ist nur durch eine selbständige Tätigkeit der Betreuungs- und Pflegekräfte möglich, denn nur so kann eine verantwortungsvolle und zielgerichtete häusliche Versorgung betreuungs- und pflegebedürftiger Menschen erreicht werden.

Ein brisantes und schwieriges Thema, doch wir wollen es wissen: könnten Sie einen Angehörigen pflegen? Welche Alternativkonzepte wären noch denkbar? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion!

 

Juliane Schneider

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