Hausbetreuungsgesetz – Österreich macht’s vor !

Wir können von den Ösis lernen. Und zwar eine ganze Menge!

Denn die Pflege und Betreuung älterer Menschen ist in der österreichischen Sozialpolitik zu einem zentralen Thema geworden, und das zu Recht. Denn im Sinne von Solidarität und Gerechtigkeit sollte doch jedem Bürger die Sicherheit gegeben werden, möglichst gleichberechtigt am sozialen Leben teilzunehmen. Dies gilt nicht zuletzt für pflegebedürftige Menschen, die ganz besonders auf eine umfassende soziale Versorgung angewiesen sind. Auf Initiative des österreichischen Bundesarbeitsministeriums wurden daher bereits 2007 die Rahmenbedingungen für eine leistbare, qualitätsgesicherte 24-Stunden-Betreuung auf ganz legaler Basis geschaffen.

Vieles ist seit diesem 1. Juli 2007 geschehen. Weit über 13.000 Betreuerinnen und Betreuer haben sich seither als Personenbetreuer/innen registrieren lassen. Sie leisten eine wichtige und wertvolle Arbeit zum Wohle der pflegebedürftigen Menschen in Österreich. Um den in der Praxis gewonnenen Erfahrungen dieser 24-Stunden-Betreuung gerecht zu werden, wurden durch eine weitere Maßnahme sogar die Befugnisse der Betreuer/innen entsprechend erweitert.

Dass ein legales Betreuungsverhältnis deutliche Vorteile für Betreuer/innen und Betreute bringt, liegt klar auf der Hand. Einerseits haben die pflegebedürftigen Personen bei einem legalen Betreuungsverhältnis Anspruch auf Förderungen, zudem sind sie aber auch rechtlich auf der sicheren Seite. Viele Betreuungskräfte und die Menschen, die Betreuung brauchen haben dies bereits erkannt und die Chance zur Legalisierung genutzt.

Wie funktioniert‘s?

Für die Betreuung von betreuungsbedürftigen Personen in privaten Haushalten gilt in Österreich das so genannte „Hausbetreuungsgesetz“. Dieses sieht vor, dass eine solche Betreuung grundsätzlich im Rahmen einer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit erfolgen kann. Damit ist die rechtliche Absicherung der Betreuerinnen/der Betreuer und der von ihnen betreuten Personen sowie eine praxisnahe Durchführung der „24-Stunden-Betreuung“ gewährleistet. Betreuung im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes umfasst Tätigkeiten für die zu betreuende Person, die in der Hilfestellung bei der Haushaltsführung und bei der Lebensführung bestehen. Also genau das, was deutsche betreuungsbedürftige Personen auch brauchen. Nur gibt es hierzulande noch kein passendes Gesetz… Warum eigentlich nicht??

Juliane Schneider

1 Kommentar
  • Warum die Deutschen unfähig sind, ein Hausbetreuungsgesetz zu schaffen | Hausengel-Blog 14. Juni 2011

    […] Warum die Deutschen unfähig sind, ein Hausbetreuungsgesetz zu schaffen 14. Juni 2011 Leave a comment (0) Go to comments Wer die unsägliche deutsche Diskussion um Pflege-Schwarzarbeit, Legalisierung, Selbständigkeit oder Nicht-Selbständigkeit etc. pp. von außen betrachtet, könnte auf die Idee kommen, das Problem sei einfach zu vertrackt, um es ‘mal eben’ per Gesetz zu lösen. Doch Österreich hat ‘mal eben’ bewiesen, dass dem nicht so ist (siehe dazu „Österreich macht´s vor“). […]

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